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ÖKO-Vereinigung sucht noch Schweinezüchter – Nachfrage nach Bioprodukten steigt.
Die in Pößneck ansässige ÖKO-Vereinigung Mitteldeutschland e.V. hat am Freitag im Seehotel Zeulenroda ihre erste Jahreshauptversammlung durchgeführt. Aus Sicht des Bio-Vereins handelt es sich um einen idealen gastronomischen Betrieb. „100 Prozent der in den Restaurants angebotenen Lebensmittel sind Bioprodukte, ebenso 40 Prozent der Getränke, Tendenz steigend", sagte Vereinsvorsitzender Karsten Fontana gestern in Pößneck. Vor der Versammlung konnten die im Verein organisierten Bio-Bauern sehen, wie ihre Produkte in der Hotelküche verarbeitet werden, und am Buffet dann selbst verkosten.
In dem Ende 2005 in Pößneck gegründete ÖKO-Verein sind derzeit 34 Landwirte organisiert. Weitere 22 sollen zur nächsten Mitgliederversammlung aufgenommen werden. Jeweils die Hälfte sind bereits anerkannte Bio-Landwirte, die anderen befinden sich in der zweijährigen Umstellungszeit. „Was uns massiv fehlt, sind Schweinezüchter. Wir könnten in Thüringen pro Woche 200 Bio-Schweine verarbeiten lassen. Denn 90 Prozent der Thüringer Wurst wird aus Schweinefleisch hergestellt", erklärte Fontana. „Für ein Bio-Schwein erhält der Bauer den 3,5-fachen Preis wie für ein konventionell aufgezogenes." Dabei betreibt bereits die Hälfte der hiesigen Bio-Bauern Grünlandbewirtschaftung mit angeschlossener Tierzucht, hierbei vorrangig Rind und Schwein.
Fontana sucht aber auch ÖKO-Imker. „Die Nachfrage ist da. Im Jahr 2008 wollen wir 60 Tonnen Bio-Honig in den Handel bringen."
Der Vorsitzende ging in seinem Rechenschaftsbericht auch auf den Besuch von Vereinsmitgliedern beim Pro-Bio-Verband im tschechischen Karlovy Vary ein. Die böhmischen Bio-Bauern betreiben auf rund 50 000 Hektar Land, das sich zwischen der Kurstadt und Cheb erstreckt, meist Getreide- und Mutterkuhhaltung. „Weil in der hiesigen Bio-Tierhaltung die Futtermittel bis zur nächsten Ernte ausgehen könnten, werden wir diese über tschechische und polnische Verbände beziehen." Als Grund für den Mangel an Bio-Tierfutter nannte Fontana die um rund 30 Prozent schlechtere Getreideernte bedingt durch die Hitzewelle im vergangenen Sommer.
Dass es in den östlichen EU-Staaten dagegen noch freie Kapazitäten gibt, liege daran, dass dort die Nachfrage nach ÖKO-Produkten noch nicht so groß sei wie in der Bundesrepublik. Den Anteil von verkauften Bio-Produkten am Lebensmittelsortiment in der Region bezifferte Karsten Fontana mit 5,5 Prozent. Dazu trägt vor allem der gewachsene Anteil in den Supermärkten bei. „Aber auch Naturkostläden, die im Ortszentrum liegen, so u.a. in Schleiz und Ranis, machen gute Umsätze."
Gegenwärtig bereitet die ÖKO-Vereinigung Mitteldeutschland e.V. ihre Teilnahme an der BioFach-Messe am 18. Februar in Nürnberg sowie an der Saale-Orla-Schau vom 11. bis 13. Mai in Pößneck vor, wo es wieder eine Schauküche und Kostproben geben wird. Wir könnten in Thüringen pro Woche 200 Bio-Schweine verarbeiten lassen. Denn 90 Prozent der Thüringer Wurst wird aus Schweinefleisch hergestellt.
Quelle: Ostthüringer Zeitung, Lokalausgabe Pößneck |
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